Kennel Erimathi

Gesundheit

Der Finnische Lapphund gilt als sehr naturgesunde Rasse, die dem Urtyp noch sehr

nah ist. Glücklicherweise ist diese Rasse noch nicht überzüchtet und kann

zweifelslos als grundsätzlich erbgesund bezeichnet werden. Daher erreicht der

Lapphund oftmals ein Alter von 15 Jahren und älter.

Krankheiten, die dennoch Thema in der Population des Finnischen Lapphundes darstellen, möchte ich Ihnen hier etwas näher erläutern. Hüftgelenksdysplasie (HD) Die Hüftgelenksdysplasie (HD) bezeichnet eine Erkrankung bzw. eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Diese Erkrankung ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Die Erblichkeit wird zwischen 20 und 40 Prozent eingestuft. Es handelt sich um einen polygenen Erbgang, also um einen Erbgang an dem mehrere Gene beteiligt sind. Leider konnte die Forschung diesen Erbgang noch nicht entschlüsseln. Aus diesem Grund sind die Zuchtvereine dazu übergegangen im Vorfeld der Zuchterlaubnis jeden Hund auf den HD Grad untersuchen zu lassen und spezielle Bedingungen an die jeweils verpaarten Zuchttiere zu stellen. Zur Feststellung des HD Grades wird eine Röntgenaufnahme des Hüftgelenks des Hundes durch einen Tierarzt angefertigt. Dazu muss der Hund in Narkose versetzt werden. Die Auswertung dieser Aufnahme übernimmt ein externer Gutachter. Die HD Grade werden dabei wie folgt eingeteilt: HD Grad A HD-Frei In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. HD Grad B  HD-Verdacht Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt mindestens 105°, oder aber Norberg-Winkel leiner als 105° aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach. HD Grad C  Leichte HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg- Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen. HD Grad D  Mittlere HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes. HD Grad E  Schwere HD Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (beispielsweise Teil- verrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu verschiedenen arthrotischen Veränderungen. Diese 5 HD Grade A-E werden zusätzlich unterteilt in Grad 1 und 2, also beispielsweise HD A1 und HD A2. Zur Bekämpfung der HD gelten im Deutschen Club für Nordische Hunde folgende Beschränkungen des Zuchteinsatzes: Zuchttiere mit HD A und HD B dürfen ohne Einschränkungen miteinander verpaart werden. Zuchttiere mit HD C1 dürfen nur mit HD A und HD B verpaart werden. Zuchttiere mit HD C1 werden für 2 Würfe mit Nachzuchtbeurteilung zur Zucht zugelassen. Zuchttiere mit HD C2 dürfen nur mit HD A verpaart werden. Zuchttiere mit HD C2 werden für 1 Wurf mit Nachzuchtbeurteilung zur Zucht zugelassen. Die Anzahl der Würfe bzw. Deckakte von Zuchttieren mit HD C ist auf 4 beschränkt. Da beim HD Grad C bereits eine leichte HD vorliegt habe ich mich dazu entschieden nur mit HD A und HD B ausgewerteten Tieren zu züchten. Es muss aber erwähnt sein, dass auch die Paarung aus HD-freien Elterntieren keine Garantie bietet, dass die Nachkommen HD-frei sind. Es erhöht jedoch deutlich die Chancen tatsächlich HD- freier Welpen. Es sollte auch gesagt sein, dass falsche Ernährung und Haltung die Ausprägung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können. Je nach Grad und Schwere der HD zeigen sich zunehmende Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Entfernung des Hüftgelenks unumgänglich werden, wobei die Möglichkeit besteht ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen. Andernfalls bleibt die Möglichkeit einer dauerhaften Schmerztherapie, durch die häufig über einen langen Zeitraum eine ausreichende Lebensqualität aufrechterhalten werden kann. Eine beginnende HD äußert sich im Übrigen in zunehmenden Schmerzen bei Spaziergängen. Häufig will der Hund nicht mehr weit laufen und setzt sich oftmals hin, eventuell schreit er beim Spielen ohne ersichtlichen Grund gelegentlich auf und zeigt einen instabilen Gang. Bei Bewegungen des Gelenkes kann ein Knacken oder Knirschen des Gelenks hörbar sein. Werden diese Symptome festgestellt muss der Hund dem Tierarzt vorgestellt werden. Progressive Retina Atrophie (prcd-PRA) Ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut hat die progressiven Retinaatrophie (prcd-PRA) zur Folge. Diese Krankheit ist erblich. Es handelt sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang. Dies bedeutet beide Elterntiere müssen dieses Gen in sich tragen, damit die Krankheit bei einem Nachkommen dieser Tiere ausbrechen kann. Ist nur ein Elternteil genetischer Träger dieser Krankheit können die Nachkommen nicht erkranken. Sie können aber sehr wohl ebenfalls Träger dieses Gens sein und ihrerseits bei falscher Wahl des Zuchtpartners kranke Welpen zeugen. Prcd-PRA schreitet progressiv, also stufenweise voran und führt letztlich fast immer zur Erblindung. Für den Finnischen Lapphund steht glücklicherweise ein Gentest zum Nachweis der Progressiven Retina Atrophie zur Verfügung. Dabei wird dem Hund Blut durch einen Tierarzt abgenommen und zur Untersuchung in ein Speziallabor gesandt. Alle meine Zuchttiere sind genetisch nachweislich frei von dieser Erkrankung und somit können auch die Welpen meiner Zuchttiere niemals daran erkranken. Glycogenspeicherkrankheit Typ II (GSD II Pompe Disease) Bei der Glycogenspeicherkrankheit Typ II (GSD II) handelt es sich um eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, was letztlich ebenfalls bedeutet beide Elterntiere müssen dieses Gen in sich tragen, damit die Krankheit bei einem Nachkommen dieser Tiere ausbrechen kann. Ist nur ein Elternteil genetischer Träger dieser Krankheit können die Nachkommen nicht erkranken. Sie können aber sehr wohl ebenfalls Träger dieses Gens sein und ihrerseits bei falscher Wahl des Zuchtpartners kranke Welpen zeugen. Die Glycogenspeicherkrankheit Typ II wird durch einen Defekt in der Glucosidase ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu einer Anreicherung von Glucose in den Lysosomen. Betroffene Hunde leiden unter häufigem Erbrechen, fortschreitender Muskelschwäche, Konditionsverlust sowie einer Herzschwäche, die letztendlich in einem Alter bis 2 Jahren zum Tode führt. Diese Krankheit findet sich in der Regel in den drei Lapphunden, also dem Finnischen Lapphund, dem Schwedischen Lapphund und dem Lappländischen Rentierhund. Für diese drei Rassen steht glücklicherweise ein Gentest zum Nachweis der Glycogenspeicherkrankheit Typ II zur Verfügung. Dieser Gentest ist leider noch keine Pflichtuntersuchung vor dem Zuchteinsatz. Zur Durchführung des Gentests wird dem Hund Blut durch einen Tierarzt abgenommen und zur Untersuchung in ein Speziallabor gesandt. Alle meine Zuchttiere sind genetisch nachweislich frei von dieser Erkrankung und somit können auch die Welpen meiner Zuchttiere niemals daran erkranken. Persistierende hyperplastische Tunica vasculosa lentis / persistierender hyperplastischer primärer vitreus (PHTVL/PHPV) Der Persistierende hypoplastische primäre vitreus ist der von der Embryonalentwicklung übriggebliebene, nicht zurückgebildete und daher übermäßig ausgebildete, primäre Glaskörper. Die Tunica vasculosa lentis ist ein Blutgefäßnetz, welches zur Linsenentwicklung notwendig ist, sich an der Hinterfläche der Linse befindet und sich fehlerhaft oder gar nicht zurückbildet. Normalerweise bildet es sich bis zum Zeitpunkt des Öffnens der Augen zurück. Gelegentlich findet diese Rückbildung nicht vollständig statt wodurch Gewebereste und teilweise auch Blutgefäßreste auf der Linsenrückfläche bzw. der Linsenkapsel bestehen bleiben. Hierbei ist das Ausmaß der Rückbildungsstörung entscheidend. Es können je nachdem lediglich kleine punktförmige Trübungen zurück bleiben oder aber ausgedehnte Trübungen, die letzlich zur Sehbehinderung führen. Bei ausgeprägten Fällen kann sogar die Linsenform verändert sein (Lentikonus), die Linse kann Blutreste enthalten und es kann ein Gewebsstrang (primärer hyperplastischer Glaskörper) zwischen der Linsenhinterfläche und dem Sehnervenkopf mit oder ohne blutführendes Gefäß bestehen bleiben. Diese Rückbildungsstörung führt je nach Schwere der Trübung der Linsenhinterfläche zu mehr oder weniger starker Sichtbehinderung. Es kann sich im Übrigen um eine spontane oder erbliche Rückbildungsstörung der Tunica vasculosa lentis und des primären Glaskörpers handeln. PHTVL/PHPV werden als die schwerste der embryonalen Gefäßanomalien angesehen, die in vielen Fällen zu einer Linsentrübung (Katarakt) und damit bisweilen zur Erblindung führen. Therapiert werden muss diese Krankheit nur bei deutlicher Sehbehinderung. Die Linse und Teile der betroffenen Linsenkapsel werden dann operativ entfernt, jedoch ist die chirurgische Behebung dieser schweren Fehlentwicklungen in fast jedem Fall sehr ungünstig bis unmöglich, da mit starken Einblutungen in das Auge gerechnet werden muss. Diese Krankheit wird im Zuge der vor Zuchteinsatz notwendigen Augenuntersuchung durch einen Fachtierarzt für Augenheilkunde ausgeschlossen. Meine Zuchttiere sind frei von dieser Krankheit. Membrana Pupillaris Persistens (MPP) Die Membrana Pupillaris Persistens ist eine Gewebeschicht, die der embryonalen Linsenvorderfläche aufliegt und Gefäße zur Versorgung der Linse enthält. In der Regel bildet sich diese Membran bis zum Zeitpunkt des Öffnens der Augen zurück. Findet diese Rückbildung der Membrana Pupillaris Persistens nicht vollständig statt, bleiben Reste davon sichtbar auf der Iris oder auf der Linse bzw. der Linsenkapsel zurück. Diese Rückbildungsstörung der Membrana Pupillaris Persistens ist nur teilweise erblich, es kann sich also um eine spontane oder erbliche Rückbildungsstörung handeln. Häufig sieht man linienförmige Gewebereste, die lediglich die Iris betreffen, oder punktförmige Pigmentreste auf der vorderen Linsenfläche. Bei ausgeprägteren Rückbildungsstörungen findet man Gewebsverbindungen, die von der Iris zur Linse oder von der Iris zur Hornhaut ziehen und dort jeweils Trübungen verursachen. Diese punktuellen Trübungen beeinflussen die Sicht des Hundes nicht, da das Gehirn des Hundes aus beiden Sichtfeldern der Augen ein Gesamtbild “errechnet”. Dabei wird die trübe Stelle durch das Sichtfeld des anderen Auges ausgeglichen. Bei grossflächigen Trübungen der Linse oder Hornhaut kann jedoch eine starke Sehbehinderung vorliegen. Leichte Formen dieser angeborenen Rückbildungsstörung fallen meistens jedoch nicht auf. Bei meinem Rüden Finda Rune wurde eine geringfügige bzw. leichte Form der Membrana Pupillaris Persistens auf der rechten Iris festgestellt, die keine Trübung hervorgerufen hat und ihn nicht beeinflusst. Er hat dennoch als Zuchtauflage, dass der jeweiligen Zuchtpartner frei von MPP sein muss. Alle meine anderen Hunde sind frei von MPP. Epilepsie Die Epilepsie bei Hunden ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt sind und der Hund dadurch krampft. Man unterscheidet die primäre Epilepsie bei Hunden von einer sekundären Epilepsie. Die primäre Epilepsie ist eine Erbkrankheit. Bei einer sekundären Epilepsie ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für die epileptischen Krämpfe. Beispielsweise können eine Entzündung des Gehirns, eine Leber- oder Nierenerkrankung oder eine Vergiftung beim Hund die Krämpfe auslösen. Züchterisch kann man natürlich nur auf die primäre Epilepsie Einfluss nehmen. Leider ist der Erbgang zur Epilepsie noch nicht entschlüsselt, so dass kein Gentest vorliegt. Es bleibt nur betroffene Tiere von der Zucht auszuschließen. Es ist auch ratsam alle Nachkommen eines betroffenen Tieres nicht weiter zur Zucht einzusetzten. Mir ist kein Fall von Epilepsie in den Zuchtlinien meiner Hunde bekannt.
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Kennel Erimathi

Gesundheit

Der Finnische Lapphund gilt als sehr

naturgesunde Rasse, die dem Urtyp

noch sehr nah ist. Glücklicherweise ist

diese Rasse noch nicht überzüchtet und

kann zweifelslos als grundsätzlich

erbgesund bezeichnet werden.

Krankheiten, die dennoch Thema in der Population des Finnischen Lapphundes darstellen, möchte ich Ihnen hier etwas näher erläutern. Hüftgelenksdysplasie (HD) Die Hüftgelenksdysplasie (HD) bezeichnet eine Erkrankung bzw. eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Diese Erkrankung ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Die Erblichkeit wird zwischen 20 und 40 Prozent eingestuft. Es handelt sich um einen polygenen Erbgang, also um einen Erbgang an dem mehrere Gene beteiligt sind. Leider konnte die Forschung diesen Erbgang noch nicht entschlüsseln. Aus diesem Grund sind die Zuchtvereine dazu übergegangen im Vorfeld der Zuchterlaubnis jeden Hund auf den HD Grad untersuchen zu lassen und spezielle Bedingungen an die jeweils verpaarten Zuchttiere zu stellen. Zur Feststellung des HD Grades wird eine Röntgenaufnahme des Hüftgelenks des Hundes durch einen Tierarzt angefertigt. Dazu muss der Hund in Narkose versetzt werden. Die Auswertung dieser Aufnahme übernimmt ein externer Gutachter. Die HD Grade werden dabei wie folgt eingeteilt: HD Grad A HD-Frei In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. HD Grad B  HD-Verdacht Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt mindestens 105°, oder aber Norberg-Winkel leiner als 105°  aber gleichförmiger Schenkel- kopf und Pfannendach. HD Grad C  Leichte HD Oberschenkelkopf und Gelenk- pfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen. HD Grad D  Mittlere HD Oberschenkelkopf und Gelenk- pfanne sind deutlich ungleich- mäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Ver- änderungen des Pfannenrandes. HD Grad E  Schwere HD Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken  (beispielsweise Teilver- renkungen), Norberg-Winkel  unter 90°, der Pfannenrand ist  deutlich abgeflacht. Es kommt zu verschiedenen arthrotischen Veränderungen. Diese 5 HD Grade A-E werden zusätzlich unterteilt in Grad 1 und 2, also beispielsweise HD A1 und HD A2. Zur Bekämpfung der HD gelten im Deutschen Club für Nordische Hunde folgende Beschränkungen des Zuchteinsatzes: Zuchttiere mit HD A und HD B dürfen ohne Einschränkungen miteinander verpaart werden. Zuchttiere mit HD C1 dürfen nur mit HD A und HD B verpaart werden. Zuchttiere mit HD C1 werden für 2 Würfe mit Nachzuchtbeurteilung zur Zucht zugelassen. Zuchttiere mit HD C2 dürfen nur mit HD A verpaart werden. Zuchttiere mit HD C2 werden für 1 Wurf mit Nachzuchtbeurteilung zur Zucht zugelassen. Die Anzahl der Würfe bzw. Deckakte von Zuchttieren mit HD C ist auf 4 beschränkt. Da beim HD Grad C bereits eine leichte HD vorliegt habe ich mich dazu entschieden nur mit HD A und HD B ausgewerteten Tieren zu züchten. Es muss aber erwähnt sein, dass auch die Paarung aus HD- freien Elterntieren keine Garantie bietet, dass die Nachkommen HD- frei sind. Es erhöht jedoch deutlich die Chancen tatsächlich HD-freier Welpen. Es sollte auch gesagt sein, dass falsche Ernährung und Haltung die Ausprägung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können. Je nach Grad und Schwere der HD zeigen sich zunehmende Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Entfernung des Hüftgelenks unumgänglich werden, wobei die Möglichkeit besteht ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen. Andernfalls bleibt die Möglichkeit einer dauerhaften Schmerztherapie, durch die häufig über einen langen Zeitraum eine ausreichende Lebensqualität aufrechterhalten werden kann. Eine beginnende HD äußert sich im Übrigen in zunehmenden Schmerzen bei Spaziergängen. Häufig will der Hund nicht mehr weit laufen und setzt sich oftmals hin, eventuell schreit er beim Spielen ohne ersichtlichen Grund gelegentlich auf und zeigt einen instabilen Gang. Bei Bewegungen des Gelenkes kann ein Knacken oder Knirschen des Gelenks hörbar sein. Werden diese Symptome festgestellt muss der Hund dem Tierarzt vorgestellt werden. Progressive Retina Atrophie (prcd-PRA) Ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut hat die progressiven Retinaatrophie (prcd-PRA) zur Folge. Diese Krankheit ist erblich. Es handelt sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang. Dies bedeutet beide Elterntiere müssen dieses Gen in sich tragen, damit die Krankheit bei einem Nachkommen dieser Tiere ausbrechen kann. Ist nur ein Elternteil genetischer Träger dieser Krankheit können die Nachkommen nicht erkranken. Sie können aber sehr wohl ebenfalls Träger dieses Gens sein und ihrerseits bei falscher Wahl des Zuchtpartners kranke Welpen zeugen. Prcd-PRA schreitet progressiv, also stufenweise voran und führt letztlich fast immer zur Erblindung. Für den Finnischen Lapphund steht glücklicherweise ein Gentest zum Nachweis der Progressiven Retina Atrophie zur Verfügung. Dabei wird dem Hund Blut durch einen Tierarzt abgenommen und zur Untersuchung in ein Speziallabor gesandt. Alle meine Zuchttiere sind genetisch nachweislich frei von dieser Erkrankung und somit können auch die Welpen meiner Zuchttiere niemals daran erkranken. Glycogenspeicherkrankheit Typ II (GSD II Pompe Disease) Bei der Glycogenspeicherkrankheit Typ II (GSD II) handelt es sich um eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, was letztlich ebenfalls bedeutet beide Elterntiere müssen dieses Gen in sich tragen, damit die Krankheit bei einem Nachkommen dieser Tiere ausbrechen kann. Ist nur ein Elternteil genetischer Träger dieser Krankheit können die Nachkommen nicht erkranken. Sie können aber sehr wohl ebenfalls Träger dieses Gens sein und ihrerseits bei falscher Wahl des Zuchtpartners kranke Welpen zeugen. Die Glycogenspeicherkrankheit Typ II wird durch einen Defekt in der Glucosidase ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu einer Anreicherung von Glucose in den Lysosomen. Betroffene Hunde leiden unter häufigem Erbrechen, fortschreitender Muskelschwäche, Konditionsverlust sowie einer Herzschwäche, die letztendlich in einem Alter bis 2 Jahren zum Tode führt. Diese Krankheit findet sich in der Regel in den drei Lapphunden, also dem Finnischen Lapphund, dem Schwedischen Lapphund und dem Lappländischen Rentierhund. Für diese drei Rassen steht glücklicherweise ein Gentest zum Nachweis der Glycogenspeicherkrankheit Typ II zur Verfügung. Dieser Gentest ist leider noch keine Pflichtuntersuchung vor dem Zuchteinsatz. Zur Durchführung des Gentests wird dem Hund Blut durch einen Tierarzt abgenommen und zur Untersuchung in ein Speziallabor gesandt. Alle meine Zuchttiere sind genetisch nachweislich frei von dieser Erkrankung und somit können auch die Welpen meiner Zuchttiere niemals daran erkranken. Persistierende hyperplastische Tunica vasculosa lentis / persistierender hyperplastischer primärer vitreus (PHTVL/PHPV) Der Persistierende hypoplastische primäre vitreus ist der von der Embryonalentwicklung übriggebliebene, nicht zurückgebildete und daher übermäßig ausgebildete, primäre Glaskörper. Die Tunica vasculosa lentis ist ein Blutgefäßnetz, welches zur Linsenentwicklung notwendig ist, sich an der Hinterfläche der Linse befindet und sich fehlerhaft oder gar nicht zurückbildet. Normalerweise bildet es sich bis zum Zeitpunkt des Öffnens der Augen zurück. Gelegentlich findet diese Rückbildung nicht vollständig statt wodurch Gewebereste und teilweise auch Blutgefäßreste auf der Linsenrückfläche bzw. der Linsenkapsel bestehen bleiben. Hierbei ist das Ausmaß der Rückbildungsstörung entscheidend. Es können je nachdem lediglich kleine punktförmige Trübungen zurück bleiben oder aber ausgedehnte Trübungen, die letzlich zur Sehbehinderung führen. Bei ausgeprägten Fällen kann sogar die Linsenform verändert sein (Lentikonus), die Linse kann Blutreste enthalten und es kann ein Gewebsstrang (primärer hyperplastischer Glaskörper) zwischen der Linsenhinterfläche und dem Sehnervenkopf mit oder ohne blutführendes Gefäß bestehen bleiben. Diese Rückbildungsstörung führt je nach Schwere der Trübung der Linsenhinterfläche zu mehr oder weniger starker Sichtbehinderung. Es kann sich im Übrigen um eine spontane oder erbliche Rückbildungsstörung der Tunica vasculosa lentis und des primären Glaskörpers handeln. PHTVL/PHPV werden als die schwerste der embryonalen Gefäßanomalien angesehen, die in vielen Fällen zu einer Linsentrübung (Katarakt) und damit bisweilen zur Erblindung führen. Therapiert werden muss diese Krankheit nur bei deutlicher Sehbehinderung. Die Linse und Teile der betroffenen Linsenkapsel werden dann operativ entfernt, jedoch ist die chirurgische Behebung dieser schweren Fehlentwicklungen in fast jedem Fall sehr ungünstig bis unmöglich, da mit starken Einblutungen in das Auge gerechnet werden muss. Diese Krankheit wird im Zuge der vor Zuchteinsatz notwendigen Augenuntersuchung durch einen Fachtierarzt für Augenheilkunde ausgeschlossen. Meine Zuchttiere sind frei von dieser Krankheit. Membrana Pupillaris Persistens (MPP) Die Membrana Pupillaris Persistens ist eine Gewebeschicht, die der embryonalen Linsenvorderfläche aufliegt und Gefäße zur Versorgung der Linse enthält. In der Regel bildet sich diese Membran bis zum Zeitpunkt des Öffnens der Augen zurück. Findet diese Rückbildung der Membrana Pupillaris Persistens nicht vollständig statt, bleiben Reste davon sichtbar auf der Iris oder auf der Linse bzw. der Linsenkapsel zurück. Diese Rückbildungsstörung der Membrana Pupillaris Persistens ist nur teilweise erblich, es kann sich also um eine spontane oder erbliche Rückbildungsstörung handeln. Häufig sieht man linienförmige Gewebereste, die lediglich die Iris betreffen, oder punktförmige Pigmentreste auf der vorderen Linsenfläche. Bei ausgeprägteren Rückbildungsstörungen findet man Gewebsverbindungen, die von der Iris zur Linse oder von der Iris zur Hornhaut ziehen und dort jeweils Trübungen verursachen. Diese punktuellen Trübungen beeinflussen die Sicht des Hundes nicht, da das Gehirn des Hundes aus beiden Sichtfeldern der Augen ein Gesamtbild “errechnet”. Dabei wird die trübe Stelle durch das Sichtfeld des anderen Auges ausgeglichen. Bei grossflächigen Trübungen der Linse oder Hornhaut kann jedoch eine starke Sehbehinderung vorliegen. Leichte Formen dieser angeborenen Rückbildungsstörung fallen meistens jedoch nicht auf. Bei meinem Rüden Finda Rune wurde eine geringfügige bzw. leichte Form der Membrana Pupillaris Persistens auf der rechten Iris festgestellt, die keine Trübung hervorgerufen hat und ihn nicht beeinflusst. Er hat dennoch als Zuchtauflage, dass der jeweiligen Zuchtpartner frei von MPP sein muss. Alle meine anderen Hunde sind frei von MPP. Epilepsie Die Epilepsie bei Hunden ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt sind und der Hund dadurch krampft. Man unterscheidet die primäre Epilepsie bei Hunden von einer sekundären Epilepsie. Die primäre Epilepsie ist eine Erbkrankheit. Bei einer sekundären Epilepsie ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für die epileptischen Krämpfe. Beispielsweise können eine Entzündung des Gehirns, eine Leber- oder Nierenerkrankung oder eine Vergiftung beim Hund die Krämpfe auslösen. Züchterisch kann man natürlich nur auf die primäre Epilepsie Einfluss nehmen. Leider ist der Erbgang zur Epilepsie noch nicht entschlüsselt, so dass kein Gentest vorliegt. Es bleibt nur betroffene Tiere von der Zucht auszuschließen. Es ist auch ratsam alle Nachkommen eines betroffenen Tieres nicht weiter zur Zucht einzusetzten. Mir ist kein Fall von Epilepsie in den Zuchtlinien meiner Hunde bekannt.